Montag , 13. April 2020


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Deutschland 2016: Das Jahr der Binnennachfrage

Die deutsche Wirtschaft bleibt 2016 auf Kurs. Mit einem Wachs- tum von rund 2% wird sie sogar noch etwas an Schlagzahl zulegen. Die treibende Kraft sind aber nicht die Exporte. „2016 wird das Jahr der Binnennachfrage“, sagt Andreas Rees, Chefvolkswirt Deutschland bei UniCredit. 
Für eine weitere Kräftigung der inländischen Nachfrage sprechen nach seiner Ansicht gleich mehrere Gründe. Zum einen wird der Zuzug von Flüchtlingen die privaten und staatlichen Konsumausgaben steigen lassen.

Hinzu kommen anhaltend kräftige Lohnerhöhungen, die voraussichtlich stärkste Rentensteigerung seit mehr als 20 Jahren sowie eine weitere Erholung am Arbeitsmarkt. Ähnlich wie in diesem Jahr dürfte die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung 2016 um rund eine halbe Million ansteigen. Dies wird auch die Integration von Flüchtlingen am Arbeitsmarkt erleichtern.


Optimistischer Ausblick auf Immobilienbereich


Zum anderen stehen auch im Bausektor die Zeichen auf weitere Beschleunigung.

Darauf deuten die optimistischen Geschäftserwartungen deutscher Bauunternehmen hin. Sie hatten zuletzt his- torisch hohe Niveaus erreicht. Aber nicht nur Umfragen, sondern auch harte Fakten sprechen nach Ansicht von Rees für ein kräfti- ges Wachstum. „Die Wohnbaukredite haben spürbar angezogen. Die anhaltend niedrigen Zinsen und die Aussicht auf weitere Preis- steigerungen bei Immobilien machen sich jetzt immer stärker be- merkbar.“ 
Auch die baldige Ausweitung des Anleihekaufprogramms durch die EZB (QE2) spricht für eine Fortsetzung des Niedrigzinsumfelds und die steigende Attraktivität von Immobilien.

UniCredit rechnet mit einer Ankündigung von zusätzlich 500 Mrd. Euro Anfang De- zember. Der bereits negative Einlagenzins für Banken bei der EZB dürfte nochmals um 10 bis 15 Basispunkte gesenkt werden.

Moderates Wachstum beim Export
Ein eher moderates Wachstum der deutschen Exporte wird die Konjunktur 2016 nicht beeinträchtigen. Hinter der Entwicklung der Schwellenländer stehen zwar einige Fragezeichen. Die amerikani- sche und europäische Wirtschaft werden sich aber nächstes Jahr gut behaupten.

Für die USA rechnet UniCredit mit einem Wachs- tum von rund 2,5%, für die Eurozone von knapp 2%. Mit einem Ausfuhranteil von 9% für die USA und 37% für die EWU sind diese Länder und Regionen noch immer das Brot-und-Butter-Geschäft der deutschen Unternehmen. Einbußen in China (6,5%) oder anderen Schwellenländern sind dadurch gesamtwirtschaftlich verschmerzbar.

Quelle: HypoVereinsbank (UniCredit Bank AG)